ABGESAGT: Seminarreise in die Republik Moldau

"Deutsch-moldawische Zusammenarbeit - Erfahrungsaustausch und Verständigung als gemeinsames Ziel"

16. bis 22. August 2020

Wegen der Corona-Pandemie musste die Seminarfahrt abgesagt werden.

Moldawien zwischen Unabhängigkeit und Fremdherrschaft

Die Republik Moldau, allgemeinsprachlich kurz auch Moldawien genannt, ist ein Binnenstaat in Südosteuropa. Er grenzt im Westen an Rumänien und wird im Norden, Osten und Süden vollständig von der Ukraine umschlossen, so dass kein direkter Zugang zum stellenweise nur zwei Kilometer entfernten Schwarzen Meer besteht.

Historisch stand die Region lange unter ungarischer Oberhoheit, bis 1349 Fürst Bogdan ein unabhängiges Fürstentum Moldau gründete. 1512 musste sich das Fürstentum den Osmanen unterwerfen und blieb für die nächsten 300 Jahre ein Vasallenstaat des Osmanischen Reiches.

Nach dem Russisch-türkischen Krieg 1787–1792 musste das Osmanische Reich auch das Gebiet Moldawiens an Russland abtreten. Nach dem Ersten Weltkrieg fiel Moldawien zum Großteil an Rumänien, nach dem Zweiten Weltkrieg an die Sowjetunion. Als eigenständiger Staat existiert die Republik Moldau erst seit 1991, als sich die Moldauische Sozialistische Sowjetrepublik für unabhängig erklärte.

Deutsche Minderheit in Republik Moldau

Deutsche besiedelten das Gebiet Moldawiens erst in der russischen Zeit. Sie kamen auf Einladung des Zaren, um die Besiedlung der Nordküste des Schwarzen Meeres voranzutreiben. Sie haben Wesentliches zur Entwicklung der Moldau und der Hauptstadt Kischinau/Chişinău beigetragen. Einer der berühmtesten Deutschen in der Moldau war Karl Schmidt, der von 1877 bis 1903 Bürgermeister der Stadt Kischinau war.

Im Jahre 1930 gab es laut Volkszählung im Kreis Cahul (Nordmoldau) 170 Siedlungen, in denen Angehörige der deutschen Minderheit mit insgesamt rund 9.000 Menschen lebten. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die moldauischen Deutschen deportiert.

1991 wurde das deutsche Kulturhaus der Republik Moldau „Hoffnung” gegründet. Die Hauptaufgaben des Kulturzentrums sind die Wiederbelebung der deutschen Sprache, Kultur, der deutschen Traditionen und Bräuche. Beim Kulturzentrum gibt es zwei Chöre sowie Kinder- und Jugendtanzgruppen.

Bildnachweise

  1. „Stadttor von Chișinău“ (Porțile Chișinăului) im Bezirk Botanica; sozialistischer Betonkomplex vom Ende der 1970er-Jahre am Bulevardul Dacia, der Einfahrt vom Flughafen ins Stadtzentrum
  2. Kathedrale der Geburt des Herrn in der Hauptstadt Kischinau
    Foto: Wikimedia Commons, Tomasz Milerski (my friend), Kiszyniow 01548, CC BY-SA 3.0