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Deutsch-Europäisches Bildungswerk in Hessen e.V. besuchte das Baltikum

Freude in Lettland an deutscher Tradition, Kultur und Sprache

Die Suche nach Spuren der deutsch-baltischen Geschichte und die Frage nach dem künftigen Umgang mit dem historischen  Erbe der Deutschbalten in Lettland und der aktuellen deutschen Minderheit in diesem osteuropäischen Land standen im  Mittelpunkt einer einwöchigen Seminarreise des Deutsch-Europäischen Bildungswerks e.V. in Hessen, die nach Riga ins  Baltikum führte.    So ging es dann auch bei den höchst interessanten Vortragsthemen sowohl um die Wurzeln der lettischen Identität und die  Folgen des sogenannten Ribbentrop-Molotow-Paktes von 1939/1940, als auch der derzeitigen Lage der deutschen Minderheit in  Lettland und die zukünftige Bewahrung und Pflege der deutschen Kultur und Tradition sowie deren möglicher Bedeutung für eine  gemeinsame europäische Erinnerung. Das Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat  unterstützt diese Seminarreisen aus der Reihe „Begegnung  und Verständigung“ seit vielen Jahren und verbindet damit  ihr Anliegen auf den Erhalt des  Interesses für die  Geschichte und gegenwärtige Lage von Deutschstämmigen  außerhalb unserer heutigen Landesgrenzen. An dem  Seminar nahmen 34 Teilnehmer aus allen Teilen des  Bundesgebietes teil und erlebten ein interessantes und  abwechslungsreichen Programm unter Leitung von Siegbert  Ortmann (Lauterbach), dem Landesvorsitzenden des  Bundes der Vertriebenen in Hessen, sowie Hubert Leja,  dem Geschäftsführer des Reiseveranstalters, dem Deutsch- Europäischen Bildungswerk in Hessen e.V. Im Rahmen dieser Veranstaltung hatten die Teilnehmer  Gelegenheit, den einzigartigen Kulturraum von Lettland  durch gut ausgewählte Besichtigungen von historischen  Stätten, von gegenwärtigen gesellschaftlichen Einrichtungen  und Institutionen sowie von den heutigen Zentren der  deutschen Minderheit kennenzulernen und dabei  interessante Erfahrungen zu machen. Zwar ist seit der zweiten Unabhängigkeit Lettlands zu Beginn  der 90er Jahre hinaus der deutsche Anteil an der  Gesamtbevölkerung auf niedrigem Niveau stagniert,  geblieben sind dagegen die vielen kulturellen Relikte und  Einflüsse der Vergangenheit, mit denen man in diesem Land  recht gut umzugehen weiß.  Und das konnten die Seminarteilnehmer bei den Besuchen  des im Jahre 1790 errichteten Gutshauses zu Spahren mit  der nahegelegen evangelischen Kirche, der Begegnung im  Handwerkshaus Ventspils, dem renovierten ältesten  Schulgebäude des Herzogtums Kurland, einem ehemaligen  feudalem Staatswesen im Baltikum oder bei der  Besichtigung des Stadtmuseums des bekannten  Ostseebadeortes Jurmala recht gut erfahren. Darüber hinaus gaben der Besuch des Lettischen Okkupationsmuseums in  Riga mit dem eindrucksvollen Vortrag des Museumsleiters  Prof. Dr. Valters Nollendorfs sowie der Empfang im Rathaus  von Riga dieser Seminarveranstaltung eine besondere  Qualität.  Den thematischen Höhepunkt des verständigungs-  politischen Seminars bildete nach einhelliger Meinung der  Teilnehmer der Besuch des Lettisch-Baltischen Zentrum  „Domus Rigensis“ im Haus Metzendorff in Riga mit dem  begeisternden Vortrag von Ilze Garda, der jungen  Vorsitzenden des Verbandes der Deutschen in Lettland, der  Dachorganisation der deutschen Minderheiten in ganz  Lettland. Sie machte mit ihren Ausführungen die  allgegenwärtige Freude in Lettland an deutscher Tradition,  Kultur und Sprache aber auch den Aufbruch in eine offene  und friedliche Zukunft im geeinten Europa mehr als deutlich. Auch die komplizierte Geschichte Lettland mit seiner  russischsprachigen Minderheit waren immer wieder  Gegenstand bei den Diskussionen. Dabei wurde des öfteren mit  einer gewissen Sorge auf die aktuelle politische  Situation im Baltikum und das Verhältnis zu Russland   hingewiesen. Bei der Zusammenfassung und Bewertung der Ergebnisse am Ende der einwöchigen Veranstaltung konnte Seminarleiter  Siegbert Ortmann voller Zufriedenheit feststellen, dass der vorgesehene „geschichtliche Erfahrungsaustausch zwischen Letten  und Deutschen als Grundlage für die Zusammenarbeit“ durchaus gelungen war und die Teilnehmer viele Informationen über  Lettland und von den zahlreichen Begegnungen sogar herzliche menschliche Erlebnisse mitnehmen konnten. Juli 2019 Bilder: Michael Gediga 
Seminarteilnehmer auf den Stufen des Herrenhauses vom Gut Spahren
Reisegruppe vor dem historischen Schwarzhäupterhaus in Riga
Vor dem Dom zu Riga, der größten Kirche des Baltikums.
Seminarleiter Siegbert Ortmann bedankt sich bei Ilze Garda, der jungen Vorsitzenden des Verbandes der Deutschen in Lettland für ihre Rede.
Die Reisegruppe beim Besuch im Rathaus von Riga.